911 Wer kommt für den Schaden auf, wenn es richtig teuer wird?

New York, 11.9.2001, zwei Flugzeuge stürzen in die Twin Towers, eins in das Pentagon. Die Versicherer stehen vor einem Sachschaden von über 19 Milliarden Euro. Hinzu kommen Zahlungen aus Lebens- und Haftpflicht-versicherungen.  Etwa 3.000 Menschen sterben in den Türmen, in den Flugzeugen und bei Rettungsmaßnahmen.

 

Im Schnitt werden pro Todesopfer 400.000 Euro an die Hinterbliebenen gezahlt. 6.300 Hinterbliebene erhalten zusätzlich lebenslange Renten von 1.000 Euro bis hin zu Millionen- Entschädigungen für leitende Angestellte. Auch Betriebs-unterbrechungsschäden (wie zum Beispiel von Duty-Free-Läden an Flughäfen als Folge des Flugverbots) und erhebliche weitere Folgeschäden müssen beglichen werden. 

 

Der Gesamtschaden beziffert sich auf etwa 28 Milliarden Euro. Die Münchener Rückversicherung ist mit etwa 7 Milliarden Euro beteiligt.

 

Neu: Die Terrorgefahr

 

Bis zu diesem Ereignis waren in den USA und in Deutschland Terroranschläge in der Feuerversicherung mitversichert. Nun wurde aber deutlich, dass diese Regelung ein unkalkulierbares Risiko darstellt. Die Versicherungs-gesellschaften brauchten ein neues Konzept und der Staat muss die Versicherer in Zukunft unterstützen.

 

Extremus


16 Erst- und Rückversicherer schlossen sich zusammen und gründeten einen Spezialversicherer für Terroranschläge. Die „Extremus Versicherung“. Für Schäden bis max. zwei Milliarden Euro pro Jahr kommt die Extremus auf. Bei größeren Schäden übernimmt die Bundesregierung bis zu acht Milliarden Euro.

 

Die Berechnung der Beiträge für diese Versicherung ist äußerst kompliziert, denn Terroranschläge sind nur schwer kalkulierbar. Anders als bei Naturkatastrophen können die Mathematiker dort nicht mit Klimadaten oder Geografie rechnen. Die Prämien richten sich grob nach drei Zonen: Zone eins sind Großstädte mit mehr als 500.000 Einwohnern oder Flughäfen. Zone zwei sind Vororte oder Industriegürtel. Zone drei umfasst das flache Land.

 

Extremus versicherte bisher für 1.300 Unternehmen ca. 7500 Objekte auf Sachschäden und Betriebsausfälle, durch Terroranschläge. Kunden sind deutsche Flughäfen, Immobilienfonds, Versicherungen und Banken. Für etwa 45000 Unternehmen, wäre eine Terrorversicherung interessant. Nur etwa drei Prozent haben bisher (Stand: Oktober 2016) eine abgeschlossen.

 

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Ronny Meßmann

Versicherungskaufmann (IHK)

Versicherungsmakler

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